Hautkrebs-Vorsorge

Wann die Kassen die Kosten tragen

Die Hautkrebs-Vorsorge ist seit dem 1. Juli Kassenleistung. Aber: Noch dürfen nicht alle Hautärzte die Untersuchung abrechnen.

Ab dem 1. Juli gibt es für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahre die Hautkrebs-Vorsorge auf Kassenkosten. Soweit die Theorie. Denn noch dürfen nicht alle Hautärzte die Untersuchung bei den Krankenkassen abrechnen. Bevor die Mediziner das kostenlose »Hautscreening« anbieten, müssen sie eine achttägige Fortbildung nachweisen.

Was genau passiert beim Hautscreening? Zuerst stellt der Arzt Fragen: Wie oft nimmt der Patient Sonnenbäder, wie sieht es mit Sonnenschutz aus usw. Anschließend wird die Haut gründlich untersucht – von Kopf bis Fuß. Der Check dauert in der Regel 20 Minuten.

Wer darf die Untersuchung anbieten?
Das Hautscreening auf Kassenkosten kann grundsätzlich von Internisten, Hausärzten, Allgemeinmedizinern und Hautärzten angeboten werden. Jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf den Vorsorge-Check. Die Untersuchung wird über die Chip-Karte abgerechnet.

Allerdings übernehmen die Kassen die Kosten nur, wenn der Arzt die Fortbildung, die für das Hautscreening vorgeschrieben ist, nachweisen kann. Wer zur Vorsorge gehen will, sollte also vorher bei seinem Arzt nachfragen, ob dieser die Untersuchung schon anbietet. Über die Hälfte der Hautärzte ist laut Deutscher Krebshilfe schon für das Screening zertifiziert (Stand: 10.08.08). Bei den Hausärzten allerdings sind es deutlich weniger.  

Warum ist das Hautscreening so wichtig?
Die Anzahl von Neuerkrankungen hat sich bei "Schwarzem Hautkrebs" seit den 1980er Jahren mehr als verdreifacht. Laut Robert-Koch-Institut tritt diese Krebsart in Schleswig-Holstein und Niedersachsen am häufigsten auf, in Berlin und Brandenburg am seltensten.

Die Hauptursache für die steigenden Krankheitszahlen liegt in einem veränderten Freizeitverhalten und der damit einhergehenden zunehmenden UV-Belastung. Ein rechtzeitig erkannter Hautkrebs hat allerdings sehr gute Heilungschancen.

Fällt eine Praxisgebühr für die Untersuchung an?
Nein, wie bei allen Vorsorgeuntersuchungen muss keine Praxisgebühr gezahlt werden.

Was kostet das Hautscreening für unter 35-Jährige?
Trägt die Versicherung die Kosten nicht, berechnen die Ärzte ihren Patienten im Schnitt 30 Euro.

Allerdings haben einzelne Krankenkassen in den Bundesländern Verträge mit der Kassenärztlichen Vereinigung geschlossen, nach denen auch Versicherte unter 35 Jahren den Check bezahlt bekommen. Es lohnt sich also, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.

Artikel von Gast verfasst
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