Digitaler Radio-Empfang DAB+

Wir schalten um auf Radio Deutschland

Seit August sind die ersten bundesweiten Programme im DAB+ Standard auf Sendung. Zehn Fragen und Antworten zum Umstieg.

Digitaler Radio-Empfang DAB+
Foto: thinkstock

Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Rundfunks sind im August dreizehn Radioprogramme gleichzeitig in ganz Deutschland auf Sendung gegangen. Möglich machte das der verbesserte Digital Audio Broadcasting Standard DAB Plus. Doch trotz zehnjährigen Vorlaufs kennt kaum jemand das neue Digital Radio und seine Möglichkeiten. Guter Rat beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zum Umstieg.

Was heißt eigentlich DAB+ oder Digital Radio?
DAB+ ist das verbesserte Digital Audio Broadcasting, kurz Digital Radio genannt. Es soll UKW ablösen und sendet über Antenne im Frequenzbereich von 174 bis 230 MHz (Band III). Damit lassen sich mindestens zwölf Programme auf einer einzigen  Frequenz übertragen.

Wodurch unterscheidet sich DAB+ von den anderen digitalen Radios?
Die Vielfalt der digitalen Radiostandards lässt sich einfach über die Empfangswege erklären. DAB+ sendet über Antenne. Es ist im Unterschied zum DVB (Digital Video Broadcasting), das Radio parallel zum digitalen Fernsehen ausstrahlt, auch mobil empfangbar. Die »Digitale Mittelwelle« (DRM) hat es bisher kaum über diverse Pilotprojekte hinaus gebracht, und Webradio (Streaming Audio) setzt einen meist kostenpflichtigen Internetzugang voraus.

Welche Vorteile hat Digital Radio gegenüber der analogen Ultrakurzwelle?
Wird die Bandbreite voll ausgenutzt, kann sich der Klang der DAB+ Übertragung mit dem einer Compact Disc messen. Selbst im Auto bleibt der Empfang  ohne das störende Rauschen und Knistern des analogen UKW. Und beim Verlassen eines Sendegebietes entfällt die lästige Programmsuche dank der bundesweit einheitlichen Frequenzen im Gleichwellennetz. Zudem können Zusatzdienste wie aktuelle Verkehrsdaten mit Text und Bild übertragen werden.

Wozu brauchen wir überhaupt noch DAB Plus, reicht digitales Radio via DVB nicht aus?
Einerseits kommen mit DAB+ Autofahrer endlich in den Genuss des digitalen Radios, andererseits profitieren auch  Küchenradio, Wecker und Co. davon. Denn der für den DVB-Empfang nötige Satelliten- oder Kabelreceiver liefert zwar eine große digitale Programmvielfalt, steht aber beim Fernseher oder ist in diesen sogar integriert. Das macht allenfalls eine Verbindung mit der Heimkinoanlage möglich. Zudem lassen sich die  stationären Empfänger kaum ohne das Menü des TV-Bildschirms steuern.

Wo kann man das neue Digitalradio DAB+ empfangen?
Das erste Netz mit 13 bundesweiten Programmen hat 27 Sender mit bis zu 10 kW Sendeleistung. Damit sollen laut Media Broadcast etwa  40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Digital Radio zu Hause empfangen können. Gleichzeitig sind etwa 50 Prozent der Autobahnen mit Signalen versorgt. In fast allen  Bundesländern kommen noch Sender für die Verbreitung der regionalen Programme dazu.  

Brauche ich für den DAB+ Empfang ein neues Radiogerät?
Ja, der Empfang von DAB+ setzt ein Radiogerät voraus, das diesen neuen Standard beherrscht. Aber Vorsicht, im Handel geistern immer noch veraltete DAB-Geräte herum. Die lassen sich nicht immer durch ein Firmware-Update fit für DAB+ machen.

Brauche ich für den Empfang auch eine neue Antenne?
Nein, die neuen Radios haben eine passende (Stab-)Antenne dabei oder können mit der herkömmlichen Hausantenne genutzt werden.

Was kostet ein DAB+ Radio?
Neue DAB+ Radios gibt es in fast allen Preislagen. Angefangen beim Taschenradio für weniger als 50 Euro bis zur Micro-Anlage für etwa 700 Euro. Hi-Fi-Anlagen mit DAB+ Tuner lassen noch auf sich warten.

Wie viel DAB+ Programme gibt es in Deutschland?
Es gibt 13 Programme, die bundesweit senden. Mit dabei sind DLF, DR Kultur, DR Wissen, Absolut Radio, NRJ, Kiss fm, Klassik Radio, Lounge.fm, BOB und das Fußballradio 90elf. Auch die Landesprogramme der ARD sind in einigen Bundesländern auf Sendung  (BR, MDR, RBB, SWR) oder starten bis zum Jahresende (NDR, hr). In Bayern, Berlin/Brandenburg und Sachsen-Anhalt gibt es auch schon regionale Privatprogramme.

Wann werden die UKW-Programme abgeschaltet?
Das steht entgegen aller Gerüchte vorläufig noch nicht fest, frühestens im Jahr 2018 muss mit der Abschaltung gerechnet werden.

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